[Bewegtbild] Alexander Schneider über seine Multimediashow

Topqualifiziert für eine riesige Aufgabe, die er sich selbst gestellt hat, war Mag. Alexander Schneider aus Perg in Oberösterreich. Er fotografierte gut vier Jahre entlang der 1.200 Kilometer langen Grenze Österreichs zu seinen Nachbarländern. Wo einst der „Eiserne Vorhang“ war, entwickelte sich ein einzigartiges Naturgebiet, dessen Artenvielfalt und Schönheit der pensionierte Biologielehrer nicht nur fotografisch preist, sondern für deren Erhalt und Schutz er sich aktiv einsetzt. Was als Fotoidee für die Ausfüllung des Ruhestands begann, entwickelte sich eher ungeplant zu einem Großprojekt. Zum umfangreichen Bildband gesellte sich bald eine Multimediapräsentation, die ihm neben Vortragsabenden in Österreich, Slowenien, Tschechien und Bayern auch Einladungen zu Messen oder Veranstaltungen von Fotoclubs einbringt. Alexander Schneider ist nämlich in Fotoclubkreisen ohnehin bekannt als Obmann des vielfach prämierten Perger Fotoclubs.

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Da ich die Show jetzt schon beinahe fünfzigmal gezeigt habe, bin ich froh, dass ich sie vollautomatisch digitalisiert habe, also mit Musik und einer eigenen Sprecherin. Auch wenn live speaking authentischer rüberkommt, ist es so eine sichere Angelegenheit. Man ist ja nicht jeden Tag rhetorisch gleich gut drauf. Die Show wurde mit Wings Platinum gestaltet, die Technik hat mich, Gott sei Dank, noch nie in Stich gelassen!
Zum Aufbau: Ich versuche, über jeden Teilabschnitt in einer textlastigeren Einleitung zu informieren, um dann mit Musik und passendem Sound die geeignete Stimmung zu erzeugen (fließendes Wasser, Vogelstimmen und Musik, oft übereinander gelegt). Der O-Ton war nicht geeignet wegen der Nebengeräusche (Wind, Autos). Bei der Musik versuchte ich, authentisch zu sein (Smetana im Böhmerwald, Haydn in Hainburg, Toni Stricker am Neusiedlersee mit Pusztamelodien). Sonst liebe ich Klassik und Romantik: Ruhige Landschaften und Chopin.
Meist mache ich bei der Hälfte eine Pause, um mit den Gästen über persönliche Erfahrungen, Naturschutzthemen oder fototechnische Fragen zu diskutieren. Und natürlich weise ich auf das Buch hin, das ich bei den Veranstaltungen verkaufe.
Eine neue Erfahrung mache ich gerade in Tschechien. Ein junger, engagierter Tscheche übersetzt dort simultan, ich reduziere dann den Ton.

Wie ist die Resonanz der Zuschauer? Was hören Sie von denen?

Die Besucherzahlen pro Veranstaltung reichen von 15 bis 130. In kleinen Randgemeinden mit bäuerlicher Bevölkerung kamen oft wenig Besucher. Es waren aber immer Landwirte dabei, die überlegten, ihre Grundstücke für den Zweck des Naturschutzes zur Verfügung zu stellen. Oft ist es mühsame Überzeugungsarbeit, manchmal aber doch ein ideeller Erfolg. In der Uni Wien, im Botanischen Garten Linz und in anderen Städten kamen jeweils über 100 Zuschauer.

Sumpfohreule Multimediashow

Alexander Schneider, Sumpfohreule am Neusiedler See, aus: Am Grünen Band Österreichs


Ich kann durchaus immer von Begeisterung berichten, nicht an Natur Interessierte kommen sowieso nicht. Oft sitzt dann jemand im Saal, der mich anschließend in seiner Heimatgemeinde zu einem Abend einlädt. So geht das schon eine Weile. Ja, und Bücher (seltener Prints) werden bei der Gelegenheit auch gekauft. Apropos Prints: manchmal lege ich Fotos auf in A2, gedruckt auf einem Epson 3880.

Dass Sie sehr viel Herzblut und Wissen investiert haben, ist offensichtlich. Haben Sie je addiert, wie viel Zeit und Geld Sie hineingegeben haben? Oder ist Ihnen das eher unwichtig?

Das ist eine schwierig zu beantwortende Frage. Die Zeit spielte eine untergeordnete Rolle, da ich in Rente war. Geld für die Ausrüstung und für die Übernachtungen und Fahrerei will ich nicht zusammenrechnen, das Finanzamt rechnete es mir nicht an. Sie wissen, was eine Canon Mark III, ein 500er-Objektiv, ein Makrobjektiv und so weiter kosten. In der Zusammenschau: Die Zeit aber war für mich eine der schönsten meines Lebens!
Meine Prioritäten: 1. Freude an der Natur und Begeisterung für die Fotografie. 2. Es war mir ein Anliegen, die Ökologie des Green Belt Projektes möglichst vielen Menschen bewusst zu machen. Und 3.: Es sollte finanziell wenigstens pari ausgehen. Dies war nicht absehbar, ist aber absolut eingetroffen: Wir Autoren mussten 700 Bücher vom Verlag kaufen, damit der Druck sichergestellt war. Diese Bücher habe ich bei meinen Vorträgen verkaufen können, ja sogar schon nachbestellt. Bei manchen Veranstaltungen bleibt ein Reingewinn, bei manchen (z. B. Pfarren in Kleingemeinden) gibt es nur eine Aufwandsentschädigung. Die Begeisterung der Menschen zählt für mich ungleich mehr. Einnahmen gibt es über Umwegrentabilität wie den Verkauf von digitalen Bildern an diverse Nationalparks und Agenturen, den Verkauf von Prints sowie fotografische Auftragsarbeiten. Ich bin zufrieden.