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	<title>Kommentare zu: Georges Seurat: Figur im Raum</title>
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	<description>Dr. Martina Mettner&#039;s</description>
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		<title>Von: Frank Nürnberger</title>
		<link>http://www.fotofeinkost.de/georges-seurat-figur-im-raum/comment-page-1/#comment-453</link>
		<dc:creator>Frank Nürnberger</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 09 May 2010 11:30:54 +0000</pubDate>
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		<description>Das Interessante an den Zeichnungen, die auf den ersten Blick mit ihrem groben Zeichnduktus beeindrucken, ist die Präzision der Umrisse und der Tonwerte. Mit ein wenig Abstand und etwas Augenzukneifen wirken die Zeichnungen fast fotorealistisch. Vielleicht hat das auch etwas mit dem in der Ausstellung mehrfach beschriebenen faserstoffhaltigen Zeichenpapier zusammen, das eine gewisse &quot;lebendige Unruhe&quot; in die Zeichnung hineinbringt. Die Wirkweise erinnert mich an das Korn von Schwarzweißfilmen. Diese (auch bei Photoshop so bezeichneten) &quot;Bildstörungen&quot; erweckend den Eindruck, es seien zusätzliche Details vorhanden, was von Augen und Gehirn möglicherweise positiv bewertet wird.

Zur Infiltration der modernen Welt in die (neo)impressionistischen Bildwelten: Auch bei &quot;Etude Baignade&quot; sind klar erkennbar rauchende Schlote in den  Hintergund der idyllischen Badeszene gekrochen. Ähnliches ist auch bei anderen Impressionisten zu finden. Obgleich ich dieses Phänomen kenne, bin ich immer wieder überrascht - so richtig fügt sich bei mir das Bildthema &quot;Industrielandschaft&quot; nicht so recht in die (immer noch) gegenständliche Malweise aus dieser Zeit. Die moderne Welt als gegenständliches Gemälde - am besten in Öl auf Leinwand - ist ja dann auch eher eine Randerscheinung geblieben. Der sozialistische Realismus einmal außen vor. 

Die moderne Welt wurde in anderen Techniken (Fotografie, abstakte Malerei, Video etc.) zum Thema.

Dennoch ist es richtig, das Fotografen von den Bildkompositionen und Figurenanordnungen viel lernen können. Wobei es für dokumentarisch arbeitende Fotografen nur selten möglich ist, derart ausgewogene Kompositionen wie bei der gezeigten &quot;Etude Baignade&quot; zu erreichen. Auch die wirklichen Könner der grafischen Komposition (Catrier-Bresson, James Nachtwey) entscheiden sich in der Regel für die radikale Vereinfachung des Bilds - möglichst viel Unruhe aus dem Bild raushalten, das Subjekt mit vielleicht ein oder zwei zusätzlichen Elementen isolieren und fertig ist das Bild. Und das ist schon schwer genug. In schwarzweiß gelingt das meist besser als in Farbe, weil diese zusätzliche Komplexitätsgrade hereinbringt.

Zusammenfassend: die komplexen und dennoch ausgewogenen Kompositionen, an denen die Maler lange gearbeitet haben, sind nur sehr selten in der ungestellten Fotografie erreichbar. Wer mit den Mitteln der Fotografie versucht, Gemälde zu schaffen, wird nur selten Erfolg damit haben...

Grüße und Danke für Ihren Artikel
Frank Nürnberger</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Das Interessante an den Zeichnungen, die auf den ersten Blick mit ihrem groben Zeichnduktus beeindrucken, ist die Präzision der Umrisse und der Tonwerte. Mit ein wenig Abstand und etwas Augenzukneifen wirken die Zeichnungen fast fotorealistisch. Vielleicht hat das auch etwas mit dem in der Ausstellung mehrfach beschriebenen faserstoffhaltigen Zeichenpapier zusammen, das eine gewisse &#8220;lebendige Unruhe&#8221; in die Zeichnung hineinbringt. Die Wirkweise erinnert mich an das Korn von Schwarzweißfilmen. Diese (auch bei Photoshop so bezeichneten) &#8220;Bildstörungen&#8221; erweckend den Eindruck, es seien zusätzliche Details vorhanden, was von Augen und Gehirn möglicherweise positiv bewertet wird.</p>
<p>Zur Infiltration der modernen Welt in die (neo)impressionistischen Bildwelten: Auch bei &#8220;Etude Baignade&#8221; sind klar erkennbar rauchende Schlote in den  Hintergund der idyllischen Badeszene gekrochen. Ähnliches ist auch bei anderen Impressionisten zu finden. Obgleich ich dieses Phänomen kenne, bin ich immer wieder überrascht &#8211; so richtig fügt sich bei mir das Bildthema &#8220;Industrielandschaft&#8221; nicht so recht in die (immer noch) gegenständliche Malweise aus dieser Zeit. Die moderne Welt als gegenständliches Gemälde &#8211; am besten in Öl auf Leinwand &#8211; ist ja dann auch eher eine Randerscheinung geblieben. Der sozialistische Realismus einmal außen vor. </p>
<p>Die moderne Welt wurde in anderen Techniken (Fotografie, abstakte Malerei, Video etc.) zum Thema.</p>
<p>Dennoch ist es richtig, das Fotografen von den Bildkompositionen und Figurenanordnungen viel lernen können. Wobei es für dokumentarisch arbeitende Fotografen nur selten möglich ist, derart ausgewogene Kompositionen wie bei der gezeigten &#8220;Etude Baignade&#8221; zu erreichen. Auch die wirklichen Könner der grafischen Komposition (Catrier-Bresson, James Nachtwey) entscheiden sich in der Regel für die radikale Vereinfachung des Bilds &#8211; möglichst viel Unruhe aus dem Bild raushalten, das Subjekt mit vielleicht ein oder zwei zusätzlichen Elementen isolieren und fertig ist das Bild. Und das ist schon schwer genug. In schwarzweiß gelingt das meist besser als in Farbe, weil diese zusätzliche Komplexitätsgrade hereinbringt.</p>
<p>Zusammenfassend: die komplexen und dennoch ausgewogenen Kompositionen, an denen die Maler lange gearbeitet haben, sind nur sehr selten in der ungestellten Fotografie erreichbar. Wer mit den Mitteln der Fotografie versucht, Gemälde zu schaffen, wird nur selten Erfolg damit haben&#8230;</p>
<p>Grüße und Danke für Ihren Artikel<br />
Frank Nürnberger</p>
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		<title>Von: Jens Küpper</title>
		<link>http://www.fotofeinkost.de/georges-seurat-figur-im-raum/comment-page-1/#comment-448</link>
		<dc:creator>Jens Küpper</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 May 2010 14:06:40 +0000</pubDate>
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		<description>Ich bin grad im letzten Absatz des interessanten Artikels über diese Aussage gestolpert: &quot;Dass sich Seurat mit den ländlichen Motiven an den klassischen malerischen Vorbildern abarbeitet, ist verständlich, dass auch heute unter Fotografierenden eine Vorliebe für ländliche, romantische Motive herrscht, eher weniger.&quot;
Warum sollten sich heute die Menschen nicht ebenso an ländlichen, romantischen Motiven abarbeiten wie es zu damaligen Zeiten malerisch der Fall war? Ist es dem Menschen nicht auch eigen, sich gern in Romantik zu verlieren und sich eine heile Welt zu &#039;bauen&#039;. Insofern würde ich hier keine unterschiedliche Messlatte anlegen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin grad im letzten Absatz des interessanten Artikels über diese Aussage gestolpert: &#8220;Dass sich Seurat mit den ländlichen Motiven an den klassischen malerischen Vorbildern abarbeitet, ist verständlich, dass auch heute unter Fotografierenden eine Vorliebe für ländliche, romantische Motive herrscht, eher weniger.&#8221;<br />
Warum sollten sich heute die Menschen nicht ebenso an ländlichen, romantischen Motiven abarbeiten wie es zu damaligen Zeiten malerisch der Fall war? Ist es dem Menschen nicht auch eigen, sich gern in Romantik zu verlieren und sich eine heile Welt zu &#8216;bauen&#8217;. Insofern würde ich hier keine unterschiedliche Messlatte anlegen.</p>
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