Wer dieses erste Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts bescheiden ausklingen lässt, liegt durchaus im Trend. Als Selbstständige bekommen es Fotografen frühzeitig zu spüren: Die fetten Jahre sind endgültig vorbei. Auch wer als Hobbyfotograf keine neue Kamera unter dem Weihnachtsbaum liegen hat, sollte sich nicht grämen, sondern sich für das kommende Jahr darauf konzentrieren, interessantere statt technisch aufwändigere Fotos zu machen.
Je weniger frei verfügbare finanzielle Mittel man besitzt, desto mehr muss man sich überlegen, was wirklich Lebensqualität bedeutet. Bei diesen Überlegungen hilft ungemein „Alexander von Schönburg: Die Kunst des stilvollen Verarmens: Wie man ohne Geld reich wird“, bereits 2005 erschienen und ein Bestseller. Ich las es kürzlich erst, dafür mit doppeltem Vergnügen: Es ist so informativ wie unterhaltsam, vor allem aber fügt es einigen Gedanken, die ich mir beim Schreiben von „Wie man ein großartiger Fotograf wird“ machte, weiterführende Aspekte hinzu. Was hat der Ex-Chefredakteur von Park Avenue, Ex-Redakteur von Vanity Fair und jetzige (große Güte) Adelsexperte der Bild-Zeitung mit 500jähriger Familienerfahrung im Verarmen mit Fotografie zu tun? Diesen Beitrag weiterlesen »
Wer noch kurzfristig ein Präsent für Frau, Mann oder Freund/in, den fotografierenden Schwager, den netten Chef, den hilfsbereiten Freund der Tochter oder die kleine Schwester besorgen möchte, dem helfen vielleicht diese Hinweise weiter. Diesen Beitrag weiterlesen »
Zwei Fotoarbeiten mit Bäumen der in New York lebenden Bastienne Schmidt: Das eine kontemplativ, durch die altertümliche Kleidung und die Perspektive ein wenig an romantische Gemälde erinnernd, das andere aufwühlend, an die Wurzeln gehend. Hier werden in einer Baumschule Bäume geerntet und mitten darin eine kleine Figur mit gesenktem Blick. Diese Tableaus als Stillleben zu bezeichnen wirkt irritierend, denn Stillleben werden normalerweise im Studio arrangiert. Bastiennes Arbeiten sind hingegen Landschaften und Interieurs, in denen sie selbst figuriert. “Home Still Life” ist daher eher Ausdruck eines Zustandes, wie ihn Fotografinnen mit Kindern oftmals schildern. Sie haben zeitweise das Gefühl, das Leben gerinne zum Stillleben. Diesen Beitrag weiterlesen »
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Vorwort zu: “Wie man ein großartiger Fotograf wird – Wegweiser in eine Fotopraxis mit Zukunft”. Das erste Fotofeinkost-Buch erscheint in Kürze und kann hier auf der Webseite bestellt werden.
In der Fotografie dreht sich viel um die Entwicklung neuer Kameramodelle und den Vergleich ihrer Leistungsfähigkeit. In diesem Buch geht es stattdessen um die Entwicklung des Fotografierenden, um fotografische Arbeitsweisen, die dem Kamerabesitzer ungeheure Möglichkeiten eröffnen, aber auch um solche, die in eine Sackgasse führen. Es ist wichtig, sich klarzumachen, was Fotografie heute bedeutet – und nicht weiter überholten Mustern aus dem vergangenen Jahrhundert zu folgen. So stammt zum Beispiel die Unterscheidung zwischen Amateur und Profi noch aus den Zeiten der Handwerksverordnung. Heute ist als Unterscheidung wichtiger, ob man die Fotografie kommerziell, also als Dienstleister, oder frei, also als Hobbyist oder Künstler, ausübt.
Mit dem Beginn des 21. Jahrhunderts veränderte sich die Situation der Fotografie grundlegend – durch digitale Technologien und das Internet. Fotografisches Fachwissen ist heute frei verfügbar und der Bildermarkt durch die weltweite Zugänglichkeit für Jedermann demokratisiert. Da an jedem Ort zu jeder Zeit Menschen fotografieren und diese Fotos online verfügbar machen können, leben wir in einem Zeitalter der Augenzeugenschaft. Die digitale Präsenz von Informationen führt zu einem starken Schrumpfen der klassischen Erwerbsbereiche von Fotografen, die sich im 20. Jahrhundert ausschließlich auf die Print-Medien bezogen: Reportage-, Editorial-, Mode-, Werbefotografie.
War und ist für den Druck das Stehbild nach wie vor zwingend, gewinnen „moving stills“, bewegte Bilder, in digitalen Publikationen rasch an Bedeutung. Diese weit reichenden Veränderungsprozesse zwingen dazu, die fotografische Praxis zu überdenken. Das gilt insbesondere für alle, die sich weiter entwickeln wollen, die Fotografie studieren oder als Beruf ausüben (möchten). Sich jetzt noch an den Ideen und fotografischen Idealen des vergangenen Jahrhunderts zu orientieren, wäre für sie besonders fatal. Diesen Beitrag weiterlesen »
In seinem ersten Fotoband demonstriert der Wiener Fotograf Robert Rutöd ein breites Spektrum menschlichen Treibens: man sieht in Essig eingelegte Erinnerungen, hört Hundegebell aus offener Brust oder beobachtet wie im Rahmen einer Prozession religiöse und verkehrstechnische Symbolik verschmilzt. Und wie es sich für einen echten Wiener gehört, fehlt auch das Morbide nicht. Die Fotos stehen in der klassischen Tradition der Street Photography und zwingen zum genauen Hinsehen. Dem oberflächlichen Betrachter wird der schwarze Humor des Fotografen oftmals verborgen bleiben. Das Buch kostet 44 Euro, mit Print 99 Euro.
Less Is More, Fotografien von Robert Rutöd, Text von Christine Dobretsberger
Hardcover, 104 Seiten, 47 Farbabbildungen, Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch, 22×22 cm, Oktober 2009, ISBN 978-3-8370-3549-0 www.rutoed.at
Maziar Moradi ist jetzt Mitte dreißig, spätestens im Alter von fünfzig Jahren wird er einer der wenigen international bekannten Fotografen sein. Einer der besten ist er schon jetzt. Und zugleich der Beweis, dass die Legende vom unerkannten Künstler eben eines ist: eine Legende, die so viele als Rechtfertigung benutzen, sich nicht anzustrengen. Moradi hingegen arbeitet an großen und spannenden Projekten und zugleich an seiner Karriere. Das findet entsprechende Anerkennung: 2007 erhielt er den Otto-Steinert-Preis, im Jahr 2009 den Preis für Dokumentarfotografie der Wüstenrot Stiftung und die Stiftung Kunstfonds fördert sein Buch “1979″, das 2010 im Kehrer Verlag erscheinen wird, dazwischen ein Stipendium für die Serie “Ich werde deutsch”. Hinzu kommen Ausstellungen, Teilnahme an Festivals und natürlich, die Arbeit an den Fotoprojekten. Moradi studierte Kommunikationsdesign an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg und machte sein Diplom vor zwei Jahren im Schwerpunkt Fotografie bei Vincent Kohlbecher.
Als das Schah-Regime stürzte, war Maziar Moradi erst vier Jahre alt, trotzdem hinterließ dies einen tiefen Einschnitt in seinem Leben. Seine erste große Serie heißt deshalb schlicht “1979″. Diesen Beitrag weiterlesen »
Mit diesem Betreff sandte mir, der HDR-Skeptikerin, Torsten Elger heute zwei Arbeitsbeispiele zu, die ich gerne veröffentliche. Endlich einmal diese Technik nicht als Spielerei, sondern für eine schwierige fotografische Aufgabe sinnig eingesetzt.
Wie man sieht, handelt es sich um einen echten Raum. Das Zeitfenster fürs Shooting war 2 Stunden. 31 Kameraeinstellungen mit je 5-8 Blenden/Belichtungszeit-Kombinationen liegen zugrunde. HDR-Handmade Composing, Stitching PTgui, Auflösung Original: 49 Mio Pixel, mit kompletten Verlauf 80×80 cm bei 300 dpi Auflösung. Beleuchtung 2 Tageslichtfotoleuchten + 2 LED-Schienen (alle Angaben vom Fotografen).
Im vergangenen Oktober war Ursula Sprecher zusammen mit Andi Cortellini Fotografen des Monats – mit einer Serie über die Menschen in Vereinen rund um Basel. Jetzt gibt es einen Bildband, der uns die Schweiz in wunderbaren Landschaftsaufnahmen nahe bringt. Die Schweiz, wohl gemerkt, nicht Heidiland. Fotografiert hat Ursula Sprecher mit Julian Salinas. Buchvernissage ist am 9. November in der Galerie Walter Keller in Zürich, Oberdorfstr. 2. Die Buchausstellung dauert bis zum 18. November 2009, Öffnungszeiten: Do & Fr 12 – 18 Uhr, Sa 12 – 17 Uhr oder auf Anfrage. kellerkunst.com
Mein spontanes Lieblingsfoto ist auf Seite 83, aber es gibt viel mehr spannende Motive, zumal die beiden etwas machen, das ich sehr schätze: Sie fotografieren belebte Landschaften.
Hardcover gebunden, 168 Seiten, 69 Farbbilder, 25 x 33cm, TRUCE Verlag ISBN: 978-3-033-02150-1, CHF 68.- / EUR 45.- Erhältlich im Buchhandel oder unter www.truce.ch
Charakteristisch für die Buchmesse an den Publikumstagen ist nicht nur das unwürdige Gedränge in den Hallen, sondern vor allem die Anwesenheit zahlreicher Manga- und Anime-Helden beziehungsweise deren Fans in Verkleidung. Hier posiert “Trinity Blood” und unten “Cain” ganz nah, damit die farbigen Kontaktlinsen zur Geltung kommen.
Ein ganz anderes, und erstmaliges Spektakel auf der Buchmesse war der Gourmet-Bereich in Halle 5. Fotografen, die im Food-Sektor arbeiten, fanden dort eine Übersicht über internationale Buchproduktionen. Interessant ist zum Beispiel die Molekularküche, die durchaus neue Herausforderungen an die fotografische Umsetzung mit sich bringt.
Doppelseite aus dem Bestseller “Molekularküche” von Thomas Vilgis im Tre Torri Verlag, Wiesbaden.
Wie man seine Defizite mit Selbstironie und TV-Unterstützung in Vorzüge verwandelt und zum Marketing-Musterbeispiel avanciert, führt Koch und Entertainer Horst Lichter vor. 30 Minuten vor Beginn war die Showküche in Halle 5 von Fans umlagert und alle Sitzplätze belegt.
Der große Buchmessen-Nachwuchsfotografen-Event fand statt, wo sich am Tag vorher noch die Bildagenturen präsentiert hatten, im neu geschaffenen “Zentrum Bild” in Halle 4.1.
Von Professoren und Ute Noll handverlesene Fotografen sollten geladenen Gästen ihre Arbeiten präsentieren. Das hat insofern nicht geklappt, als die Verlagsvertreter nicht, oder zumindest nicht in ausreichender Gesamtzahl erschienen. So durfte jeder mal blättern und sich ein Urteil bilden über die Qualifikation der Absolventen an deutschen Hochschulen. Da immer nur einer gucken konnte, und die Fotografen Ellenbogen an Ellenbogen aufgereiht saßen, konnte ich viele, aber nicht alle Arbeiten ansehen, sondern bin in einer Art Springprozession von einem freien zum nächsten freien Platz gehüpft. Diesen Beitrag weiterlesen »
Am Freitag, den 16.10.09, veröffentlichen alle, die darauf Lust haben, einen Beitrag mit dem Titel “Ein ♥ für Blogs” in dem sie ihre lesenswerten deutschsprachigen Blogs vorstellen – das darf sollte dann auch mal über den eigenen Blogtellerrand hinausgehen.
Das ist DIE Gelegenheit, auf einige Seiten hinzuweisen, die ich zwar nicht täglich, aber doch hin und wieder frequentiere. Bildwerk3 von Marko Radloff ist unbedingt empfehlenswert, dito Kwerfeldein von Martin Gommel und, natürlich, Ulla Schmitz mit ihren Fotoinfo und diversen weiteren Webprojekten, die uns über alle nicht-technischen Aktivitäten der Fotofamilie auf dem Laufenden hält. Das Neueste aus der Fotoindustrie gucke ich bei Photoscala an. Ein Tipp für alle, die noch etwas lernen wollen, ist 5Lux, Blog der Fotoingenieurin Ulrike Häßler.
Jetzt jenseits des Tellerrandes! Über den neuesten Designkrams informiert mich Stilsucht. Aktuelles aus der Medienbranche lasse ich mir von Kress zuzwitschern. Eine meiner Lieblingsseiten ist MyFonts, wann immer ich mich mit Typographie befasse. In die Typoecke gehört auch der twitternde GutenbergBlog, der sich als unabhängiger Weblog für die Druck- und Medienindustrie bezeichnet. Auch nett: Designer in Action. Soweit deutsche Blogs, die ich, eher mehr als minder, beruflich im Auge behalte. Blogs, die ich nutze, um mich selbst von der Arbeit abzuhalten, gibt es auch:
In der kulinarischen Ecke habe ich gerade erst Nachgesalzen entdeckt, da bloggen die Köche Vincent Klink, Karl-Josef Fuchs und Holger Stromberg unterm “Zeit”-Logo. Bei den deutschen Mode-Blogs erscheint LesMads auf meinem Twitter-Schirm, aber eigentlich nur, weil ich ich mich wundere, dass die von Burda finanziert werden. Ein Volontariatsplatz in einer Redaktion zum Schreiben lernen wäre doch sicher mal frei, oder? Apropos professionell schreiben: Wieso hat mir eigentlich niemand gezwitschert, dass Danijela Pilic wieder bloggt? Glam Slam wird ab jetzt mein Entspannungs-Blog Nr. 1. Das war:
Coverabbildung: Jürgen H. Krause, Photodosis "Eine derart klare Durchleuchtung des Genres gab es bisher noch nie." (Magazin Fine Art Printer 01/2010) “Wenn jemand ein Buch über Fotografie lesen sollte, dann das.“ (Martin Gommel, Kwerfeldein) "Ein intellektuelles Lesevergnügen, das sich kein ambitionierter Fotograf entgehen lassen sollte."(Horst Gottfried, Color Foto) "Dieses Buch wird zu den Klassikern der thematischen Literatur über Fotografie zählen."(Marko Radloff, bildwerk3) "Kurz gesagt, ist es ein großartiges Buch, eins der lehrreichsten, die in letzter Zeit verfasst wurden. Eins, bei dem man fast allem Geschriebenen uneingeschränkt zustimmen kann und eins, das, sofern man seine Lehren beherzigt, mit Sicherheit dazu führt, dass man ein besserer Fotograf wird." (Magazin Docma, März 2010)