Sommerprogramm: Fitness für Fotografinnen und Fotografen

25. Juli 2011

Kürzlich war eine Fotografin bei mir, die erwähnte, dass sie jeden Tag anderthalb Stunden lang ein Tracy-Anderson-Fitnesstraining mache. “Anderthalb Stunden?” “Jeden Tag??” Ich war total fasziniert und musste mich regelrecht losreißen und wieder zur Fotografie zurück kommen. Aber sie hat recht. Fotografinnen und Fotografen sitzen heute mehr am Schreibtisch beziehungsweise Rechner als früher, was zu Rückenproblemen führt – ich weiß, wovon ich rede. Und das Schleppen des Equipments oder das Turnen auf Gerüsten erfordert Kraft und Gelenkigkeit. Elastizität ist übrigens keine Frage des Alters, sondern tatsächlich des Trainings.

Zunächst ist natürlich zu überlegen, welche Art von Sport man gut findet und was man erreichen möchte. Joggen ist ein Ausdauertraining, gegen einen steifen Rücken vom Sitzen nützt es nichts. Alles was monoton ist und spaßfrei aussieht, ist ohnehin nichts für mich als Sportmuffel. Entspannung stellt sich meiner Ansicht nach nicht durch ein leeres Hirn ein, sondern durch die Konzentration auf etwas anderes, zum Beispiel das eigene Körpergefühl. Und mal rein rhetorisch gefragt: Wie will man beim Shooting sehen, ob ein Model Körperspannung aufbaut, wenn man selbst mit schlaffem Rundrücken vorm Monitor hängt?

Statt an einem Gerät oder auch ohne Hilfsmittel die immer gleichen Übungen zu wiederholen, setzt sich zum Glück derweil unter Fitnessexperten die Erkenntnis durch, dass Abwechslung ein viel effizienteres Training bietet. Hätte ich mehr Kondition und Koordination, wäre ich bei einem Tanzworkout dabei. Aber schon die auf einem Fitnessmagazin daherkommende freudlos wirkende Probe-DVD von Tracy Anderson war mir zu viel Choreografie und zu wenig rückenschonend. Dennoch entdeckte ich dadurch, wie super Fitness-DVDs sind. Da ich froh wäre, mich hätte jemand eher auf diese Training-DVDs aufmerksam gemacht, gebe ich den Tipp jetzt gerne weiter.

Die Kraft aus der Mitte

Rückentraining ist mein Thema und Entspannung, ohne beim Training einzuschlafen. Ich war verblüfft, welche Parallelwelt sich bei Fitness-DVDs auftut. Tracy Anderson ist der US-Star unter den Trainern momentan, sie kommt vom Tanz. Ich traue echten Physiotherapeuten und ausgebildeten Fitnesstrainern mehr. Auf ein grinsendes Promigesicht beim Vorturnen kann ich verzichten. Die Ex-Sportlerfrauen-Selbstvermarktungs-Workouts fielen für mich daher weg. So stößt man relativ rasch auf die Trainings von Nina Winkler. Neben den typischen Übungen wie Crunches spielt Balance eine Rolle. An den Winkler-Trainings hat man nur Spaß, wenn man auf einem Bein stehen kann oder bereit ist, es zu üben.

Der Vorteil, mit einer DVD zu trainieren, ist enorm: Man übt so lange es dauert, sieht wie die Übungen gehen und fühlt sich wie der unsichtbare Teilnehmer in einer Gruppe. Erstaunlich wichtig für den Spaß zu trainieren erweist sich das Ambiente. Ich habe bis jetzt vier DVDs ausprobiert, bei denen die Übungen draußen an einem Pool oder an einem Strand trainiert werden, und das ist wie Urlaub! Das Bild auf einem großen Fernsehmonitor hilft beim Eintauchen in die sommerliche Atmosphäre, speziell, wenn es mal wieder regnet. Hinterher bin ich verblüffend entspannt. Seit dem 14. Juli mache ich jeden Tag eine halbe Stunde oder auch gut doppelt so lange Gymnastik, erst einmal als Urlaubsersatzprogramm für die Ferienzeit. Es scheint mir viel, viel einfacher zu sein, jeden Tag zu trainieren als sich ein-, zwei- oder dreimal pro Woche aufzuraffen. Das hätte ich nicht vermutet, bevor ich anfing. Ich kann ein 30-Tage-Programm sehr empfehlen.

Nun die von mir ausprobierten DVDs im Einzelnen:

Wirklich hilfreich, speziell, wenn man anfangs noch sehr steif ist, sind Mobilisationsübungen wie sie “Mein gesunder Rücken: Die besten Übungen für Kraft und Beweglichkeit” bietet. Auch hier gibt es Module. Sie sind auf die speziellen Bedürfnisse von Menschen, die viel sitzen oder aber viel stehen spezifiziert. Geübt wird auf einer Ferienhausterrasse. Wichtig bei der DVD-Auswahl ist neben dem Inhalt auch die gesprochene Anleitung. Bei allen von mir gekauften DVDs sind die Anleitungen präzise und angenehm, sogar gut nachzuvollziehen, auch wenn man nicht aufs Monitorbild sieht, z.B. bei den Übungen in Bauchlage. Hier wird auch die nächste Übung rechtzeitig angekündigt, was ein flüssiges Trainieren von Anfang an ermöglicht.

Die DVDs der Regisseurin Elli Becker punkten alle mit schönem Strand- und Kapstadt-Ambiente. Von ihr ist auch die DVD, die mir sehr gut gefällt: Ein Bauch und Rücken Workout, entwickelt von Dirk Pinnig, präsentiert von den Sportlern Ina Münsberg und Tom Berghoff. Besonders gut finde ich die Stretchingeinheiten direkt nach den Übungen statt nur am Ende. So ist das Workout anstrengend und entspannend zugleich und man bekommt keinen Muskelkater. Im Unterschied zu den anderen DVDs sind die Übungen hier einzeln, somit auch einzeln ansteuerbar. In der Kurzfassung für Einsteiger wechselt man laufend zwischen Ausgangspositionen, das ist etwas lästig. Das volle Programm zu trainieren macht wesentlich mehr Spaß.

Sinnvollerweise sollte man schon einmal Yoga gemacht haben, bevor man den Yoga-Fusion-Workout angeht. Die Übungen verlangen teilweise ein sehr gutes Balancegefühl und sind natürlich toll, wenn einem Yoga alleine zu lahm ist. Da die Übungen von Nina Winkler präsentiert werden, erkennt man vieles von den Rücken-DVDs wieder und kann gleich mitmachen. Insgesamt eine nette Abwechslung, zumal Frau Winklers männlicher Mitturner am Pool ganz knackig aussieht. Auch hier ist man dank zwischenzeitlicher Stretchingübungen am Ende nicht ausgepowert, sondern entspannt und erholt.

Mit schöner Kulisse, aber sonst auf Tracy-Anderson-Niveau hinsichtlich Tempo und Fitnessanspruch ist der “Vital Bikini Workout: Schlank und straff in Rekordzeit“. Man möchte nicht in einer Altbauwohnung wohnen, wo über einem der “Pony-Hopp” geübt wird. Macht aber insgesamt gute Laune und man kann sich das Pensum durch die Module einteilen. Ist auf jeden Fall ein Tipp, wenn man richtig ins Schwitzen (und Kalorienverbrennen) kommen will – man muss dazu keinen Bikini anziehen!

Zwischenfazit: Nach 12 Übungstagen in Folge sehe ich schon deutliche Verbesserungen – kein Vergleich zu 12 x üben über vier Wochen verteilt. Und es stimmt, was alle sagen: Man bekommt mehr Energie.  Und eine bessere Haltung. Viel Spaß beim Ausprobieren!

Herman LeRoy Emmet: Tina warming her feet

19. Juli 2011

Ein Leben ohne die Fotografie kann ich mir nicht vorstellen. Zum Leben mit Fotografie gehört für mich vor allem ein Leben mit den Fotografien an meinen Wänden. Dabei mische ich eigene mit erworbenen Prints. Das ist keine Sammlung, sondern eine persönliche Kollektion von Arbeiten, die mir größtenteils von den Fotografen aus Dank geschenkt oder auch auf mein Bitten hin großzügig überlassen wurden. So etwas war zu analogen Zeiten noch üblich, da waren sogar Pressefotos gelegentlich auf Barytpapier vergrößert. Es geht mir also nicht um den materiellen Wert, den ein Abzug möglicherweise darstellt, sondern um die visuelle Bereicherung.

Herman LeRoy Emmet: Tina warming her feet - in my kitchen

Herman LeRoy Emmet: Tina warming her feet - in my kitchen

Statt also immer nur daran zu denken, wie man seine eigenen Fotos an die Wand von Fremden bringt, soll diese heute beginnende Serie ermuntern, Arbeiten von anderen bei sich aufzuhängen. Ich beginne mit einem Motiv, das, seit ich es besitze, mein “Küchenbild” ist, das heißt, seit 1990 in meiner jeweiligen Küche hängt. Das wird so bleiben, so lange ich eine Küche habe.

Herman LeRoy Emmet: Tina warming her feet - Buchseite

Herman LeRoy Emmet: Tina warming her feet - Buchseite

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“Tina warming her feet at an oven, sitting on empty herbicide bucket, Edneyville, North Carolina, 1979″ ist aus der Serie “Fruit Tramps” des US-amerikanischen Fotografen Herman LeRoy Emmet. Es zeigt die dreijährige Tina Tindal auf einem Eimer, in dem vorher Pflanzenschutzmittel waren, umgeben von Wänden aus Pappe in einer Hütte für Wanderarbeiter. Herman hat sieben Jahre lang die letzte weiße Familie der Wanderarbeiter begleitet, die von Ort zu Ort ziehen, um sich als Obstpflücker zu verdingen. Dabei hat er auch selbst mit angepackt. Kennengelernt habe ich den Fotografen seinerzeit auf dem Fotofestival in Arles, Frankreich.

Da ich ja schon etwas länger in der Branche bin, hatte ich das Vergnügen, etlichen berühmten Fotografen in Person zu begegnen. Gisèle Freund habe ich interviewt, mit Helmut Newton gegessen, für Larry Fink gekocht und von Bruce Gilden ein Foto gemacht. Aber ausgerechnet Herman LeRoy Emmet, der nicht mal mehr so recht als Fotograf aktiv ist, sondern seit Ewigkeiten als Makler in den Hamptons lebt, hat meinen Glauben an das Gute, Wahre und Schöne in der Fotografie wie kaum ein anderer befördert. Die “Fruit Tramps” sind  berührend und unglaublich intensiv, die Hinwendung des Fotografen zur Familie Tindal herzlich und ehrlich. Die Diskrepanz zwischen der Herkunft des Fotografen und dem Milieu, in das er so intensiv eintauchte, ist so groß, dass es mich damals fast umgehauen hat. Und ganz sicher hat es mich auch ermutigt, später selbst über Jahre ein freies Projekt zu fotografieren.

In den vergangenen Jahren habe ich immer wieder einmal versucht, die Spur von Herman aufzunehmen. Jetzt fand ich auf einem Blog einen Eintrag, dass es jemandem ähnlich ging. Da wird Herman LeRoy Emmet ein großer Einfluss auf die Musik des Bloggers attestiert. Dort fand ich auch den Link zu einer Hamptons-Website, auf der Herman erscheint und sogar schreibt, dass er für das deutsche GEO die Tindals 1992 noch einmal aufsuchte und fotografierte. Und aus einem Kommentar muss man leider auch entnehmen, dass Herman an Parkinson leidet und dies das Ende seiner Karriere als Fotograf bedeutete, der für National Geographic und Life fotografiert hatte. Die “Fruit Tramps” blieben seine einzige dokumentarische Serie. Aber was für eine! Sie hat das Leben der Fotografierten vielleicht sogar weniger beeinflußt als das von allen, die das Glück hatten, damit in Berührung zu kommen. Thank you, Herman!

In Leica Fotografie International 8.89 habe ich eine Bildstrecke veröffentlicht und einen Text zum Projekt geschrieben - hier die letzte Doppelseite mit Tina im Alter von 10 Jahren, 1986.

In Leica Fotografie International 8.89 habe ich eine Bildstrecke veröffentlicht und einen Text zum Projekt geschrieben - hier die letzte Doppelseite mit Tina im Alter von 10 Jahren, 1986.

Widmung von Herman LeRoy Emmet im Buch "Fruit Tramps"

Widmung von Herman LeRoy Emmet im Buch "Fruit Tramps"

Stefan Bausewein: Sammeltassen

30. Juni 2011

Stefan Bausewein Sammeltassen

Stefan Bausewein Sammeltassen

Stefan Bausewein Sammeltassen

In ihrer Schlichtheit wirklich ergreifend schön sind die Sammeltassenmotive von Stefan Bausewein. Das Überzeugende an den Still lifes ist, dass hier ein ganz neuer Blick auf ein eher belächeltes Objekt ermöglicht wird. Durch die Draufsicht transformiert Bausewein in dieser freien Arbeit das Omi-Porzellan zum hippen Mandala. Jedes Motiv, einzeln betrachtet, saugt den Blick in den Monitor. Nur der Tassenhenkel hält uns davon ab, entspannt in die Unendlichkeit des Musters abzutauchen.

Stefan Bausewein, Abijahrgang 2005, studiert Kommunikationsdesign an der FH Würzburg und ist seit 2009 parallel als freier Fotograf tätig. Im vergangenen Jahr absolvierte er ein Praxissemester im Studio von Rolf Nachbar (Industrie- und Werbefotografie) und erhielt ein Stipendium des Professional Imagers Club (PIC).

Da es nicht einfach ist, von der Uni oder der Assistenz in die Selbstständigkeit zu wechseln, möchte Fotofeinkost diesen Übergang durch die Vorstellung interessanter, möglichst unveröffentlichter Arbeiten von Berufsanfängern unterstützen. Stefan Bausewein aus Würzburg macht den Anfang.

Stefan Bausewein Sammeltassen

Stefan Bausewein Sammeltassen

Stefan Bausewein Sammeltassen

Bei wem haben Sie assistiert oder assistieren Sie noch?

Ich habe assistiert bei: Fotodesign Silvia Frey (Food, Stills), Thüngersheim; Barbara Staubach (Architecture, Business-Portraits), Frankfurt; Rolf Nachbar Fotografie-Design (Industrial- & Ad-Photography), Albertshausen. Aktuell bin ich mein eigener Herr.

Welche Talente oder Vorkenntnisse sollte man haben, um ein guter Assistent zu werden?

Man sollte auf jeden Fall die Technik der Kamera / Blitze beherrschen, damit man sich mit gestalterischen Problemen und schnellen Lösungen vor Ort beschäftigen kann. Ich denke, ein guter Assistent sollte im Stande sein, sich das fertige Bild vorzustellen, um die nötigen Arbeitsschritte zielgerichtet voranzutreiben. Zudem sollte man schleppen und geregelte Arbeitszeiten vergessen können!!!

Warum wollen Sie überhaupt Fotograf werden?

Ich begann erst relativ spät (mit 19 Jahren) mich ernsthaft mit Fotografie zu beschäftigen. Seitdem hat es mich einfach nicht mehr losgelassen und fasziniert mich täglich aufs Neue. Ich glaube, genau deshalb möchte ich weiterhin als Fotograf tätig sein. Denn: Was gibt es Schöneres als mit seiner Leidenschaft sein Geld zu verdienen? Für mich ist die Fotografie wie ein riesiger Spielplatz, auf dem mir hoffentlich so schnell nicht langweilig wird.

Welche Ausbildung haben Sie?

Fotograf und in zirka einem Jahr ein abgeschlossenes Studium Kommunikationsdesign.

Was muss passieren, bevor Sie selbstständiger Fotograf werden oder arbeiten Sie schon frei?

Ich arbeite bereits neben dem Studium als freier Fotograf.

Wie sehen Sie Ihre Zukunft – es dürfen Wünsche genannt werden!

Hoffentlich golden;-) Ersteinmal weiter berufliche Erfahrung über Assistenzen sammeln, evtl. einen Master (Fotodesign) absolvieren, und irgendwann vielleicht ein Studio alleine oder mit anderen kreativen Köpfen zusammen.

Der größte Erfolg / die größte Errungenschaft bisher?

Preise gabs leider noch nicht so viele. Landessieger Hessen, Sieger des Leistungswettbewerbes HWK Rhein-Main (Gesellenprüfung), PIC-Stipendium. Hoffe da ergibt sich noch was …

Wie und warum ist die Serie mit den Tassen entstanden?

Wie so oft findet man einfach solche Dinge z.B. auf dem Dachboden. Da standen sie einfach herum und verstaubten. Eigentlich viel zu schade, dachte ich, und fotografierte sie so wie ich sie als abstrakte Muster gesehen habe.
Es handelt sich um Tassen der Porzellanmanufaktur Winterling Porzellan AG (Kirchenlamitz), heute: Triptis Porzellan GmbH & Co. KG . Durch das Logo kann man den Produktionszeitraum auf 1950 bis 2000 eingrenzen. Auf eBay werden solche Sammeltassen um ca. 20 Euro gehandelt.

Wurde die Serie schon anderweitig veröffentlicht?

Nein.

Stefan Bausewein Sammeltassen

Fotografenfilm von Brad Kremer über Michael Levin

15. Juni 2011

Auf dem Twitter-Feed von Dirk Beumer (@werbefotografen) fand ich den Hinweis auf das folgende Video über den kanadischen Fotografen Michael Levin. Er ist ein Fine-Art-Fotograf, der im Stil von Michael Kenna ebenfalls in Japan fotografiert. Gefilmt hat Brad Kremer, ausgewiesener Experte für Sportactionfilme. Die Musik ist von Röyksopp, über die wiederum schon ein anderer hier auf Fotofeinkost vorgestellter Fotograf, der in Korea lebende Nils Clauss, ein prämiertes Video gedreht hat.

Spannend ist letztendlich weniger der vorgestellte Fotograf als der ausführende Filmer, Brad Kremer. In Snowboardkreisen eine Legende, ist er aus meiner Sicht ein geniales Beispiel dafür, wie wichtig (für die berufliche Entwicklung) ein Interesse jenseits der Fotografie als Ausgangs- und Angelpunkt ist. Zudem zeigt er, wohin sich die Fotografie derzeit entwickeln kann. Kremer, der damenhaft sein Geburtsdatum verschweigt, wuchs in Louisville, Kentucky auf, und begann in Indiana leidenschaftlich Snowboard zu fahren. Nach Beendigung der Highschool zog er an den Lake Tahoe. “Ich war noch ein Teenager”, sagt er in einem Snowboardmagazin, “als ein älterer Freund, ein kommerzieller Fotograf, mich assistieren ließ und mir alles über Licht und Komposition beibrachte. Er besaß auch eine Videokamera, was damals keine Selbstverständlichkeit war. Ich fing an, meine Freunde beim Skateboarden zu fotografieren und machte kurze Filme. Mit der Zeit wuchsen meine Fähigkeiten und ich machte mir selbst einen Namen.”

Er wurde dann sehr bekannt für die Filme, die er für Snowboardfirmen realisierte. Oder, wie das in seiner amerikanischen Biografie heißt: “His work in action sports has literally changed the industry. Brad’s list of clients is a virtual who’s who in action sports including Nike, Oakley, Burton, DC Shoes, Vans, Transworld Snowboarding, Smith Optics, Billabong and many more. His films have consistently been the highest selling action sports film in the world …”
Herr Kremer scheint nicht nur ein Faible für Action, sondern auch für idyllische Wohnorte zu haben. Derzeit ist er bei der Agentur Tytan unter Vertrag, die in einem Urlaubsgebiet in Georgia angesiedelt ist. Brad Kremer ist mit einer Japanerin verheiratet und hat mit ihr drei Kinder.
Den Vimeo-Account mit etlichen weiteren Arbeiten des Timelapse-Spezialisten und natürlich einigen schönen in Japan entstandenen Filmen, möchte ich zur Durchsicht empfehlen. Wer wenig Zeit hat, sollte sich zumindest noch diese Arbeit für Nike ansehen:

Ai Weiwei: Interlacing

1. Juni 2011
Ai Weiwei June 1994 (Juni 1994), 1994 C-Print, 117,5 x 152 cm © Ai Weiwei

Ai Weiwei June 1994 (Juni 1994), 1994 C-Print, 117,5 x 152 cm © Ai Weiwei

Die bis zum 21. August 2011 geöffnete, lange geplante Ausstellung im Fotomuseum Winterthur bei Zürich stellt den Kommunikator Ai Weiwei in den Vordergrund, den dokumentierenden, analysierenden, verflechtenden und über viele Kanäle kommunizierenden Künstler. Ai Weiwei hat bereits in seiner New Yorker Zeit fotografiert, vor allem aber seit seiner Rückkehr nach Peking unablässig die alltäglichen, städtebaulichen und gesellschaftlichen Realitäten in China dokumentiert und über Blogs und Twitter diskutiert. Die Fotografien des radikalen städtebaulichen Wandels, der Suche nach Erdbeben-Opfern, der Zerstörung seines Shanghai-Studios werden zusammen mit den fotografischen Projekten, dem Documenta-Projekt Fairytale, den unzähligen Blog- und Handy-Fotografien vorgestellt. Hier einige seiner schwarzweißen Fotoarbeiten: Diesen Beitrag weiterlesen »

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