Conflict, Time, Photography-Ausstellung in Essen

Conflict-time-photography

Eine Bildgeschichte des Krieges

„Conflict, Time, Photography“ (10. April – 5. Juli 2015) präsentiert die vielfältigen Formen der bildnerischen Auseinandersetzung mit kriegerischen Konflikten im Medium der Fotografie. Fotografen und Künstler wie Don McCullin, Pierre Antony-Thouret, Simon Norfolk, Stephen Shore, Michael Schmidt oder Taryn Simon zeigen Kriegshandlungen und deren Nachwirkungen: Fotografien, die im Moment des Geschehens sowie Tage, Monate, Jahre und Jahrzehnte nach dem jeweiligen Ereignis aufgenommen wurden. Die großangelegte Gruppenausstellung will keine Geschichte der Kriegsfotografie oder der Fotografie in Kriegszeiten sein; sie fragt vielmehr nach den Möglichkeiten und Strategien der fotografisch-künstlerischen Bewältigung von Krieg und Gewalt. Gezeigt werden in 13 Räumen rund 130 Werke, insgesamt aber mehr als 800 Exponate aus der Zeit zwischen 1855 bis 2013.

Blick in die Ausstellung in Essen

Blick in die Ausstellung in Essen

Die Ausstellung – in Kooperation mit der Tate Modern, London – ordnet ihr Material neuartig an. Die fotografischen Reportagen und künstlerischen Arbeiten, die Kriegsereignisse und ihre Schauplätze, ihre sichtbaren Folgen und sozialen Nachwirkungen in den Blick nehmen, werden zunächst ausschließlich nach dem zeitlichen Abstand zum Geschehen bemessen und gegliedert: Beginnend bei der Augenzeugenschaft der im Frontgebiet anwesenden Fotografen über die Dokumentaristen und Spurensucher des 19. Jahrhunderts bis hin zu den Erinnerungsarbeiten des 20. und frühen 21. Jahrhunderts, die Jahrzehnte später diese Orte aufsuchen.

Bullet-scarred apartment building and shops in the Karte Char district of Kabul. This area saw fighting between Hikmetyar and Rabbani and then Rabbani and Hazaras.

Simon Norfolk: Bullet-scarred apartment building and shops in the Karte Char district of Kabul. This area saw fighting between Hikmetyar and Rabbani and then between Rabbani and the Hazaras, 2003 © Simon Norfolk

Fotografische Gesellschaft im Kruppschen Bildungsverein bei Trümmeraufnahmen im zerstörten Essen (Akazienallee), 1946

Josef Stoffels (1893 – 1981): Fotografische Gesellschaft im Kruppschen Bildungsverein bei Trümmeraufnahmen im zerstörten Essen (Akazienallee), 1946 © Fotoarchiv Ruhr Museum

Für Essen wird die Ausstellung aus London um eine Sektion erweitert, die der Berichterstattung über das Ruhrgebiet unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gewidmet ist. Lokal und regional ansässige Fotografen wie Willy van Heekern, Ruth Hallensleben und Albert Renger-Patzsch, ebenso wie auswärtige Bildjournalisten, unter anderem René Burri und Margaret Bourke-White, haben damals ihre Kamera auf die kriegszerstörten Städte und ihre Bewohner gerichtet. Ihre Aufnahmen lassen nicht nur sehr verschiedene Perspektiven erkennen, sondern auch die unterschiedlichen Zielsetzungen, die mit den fotografischen Bildberichten verbunden waren. Auf der einen Seite der Blick auf die Leiden der Zivilbevölkerung in den zerstörten Städten, auf der anderen Seite eine kritische Bestandsaufnahme der deutschen Gesellschaft, die sich mit den Folgen der NS-Kriegspolitik konfrontiert sah.

Eine Ausstellung der Tate Modern, London in Zusammenarbeit mit dem Museum Folkwang, Essen, und den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden
Öffnungszeiten Di bis So 10 bis 18 Uhr, Do und Fr 10 bis 20 Uhr, Mo geschlossen
Museumsplatz 1, 45128 Essen, T +49 201 8845 444/000, info@museum-folkwang.essen.de

Abdruck des redigierten Pressetextes zur Ausstellung. Das Artikelbild und die Abbildung oben zeigen das Plakat der Tate Modern. Auf deren Seite finden sich Audioguides mit einigen Fotografen, sowie weiteres Material.