Fotos gegen Google verteidigen

Fotografen fällt es meist schwer, Text auf ihre Webseiten zu setzen, aber ohne Text wird man im Internet nicht gefunden. Das gilt natürlich auch für die Bildersuche. Ein probates Mittel, auffindbar zu sein, war bisher das Umbenennen der Dateinamen in sprechende Bezeichungen, also von YXZ277007.jpg in „fettes_foto.jpg“. Sucht dann mal jemand ein „fettes Foto“, würde Google das Motiv bei der Bildsuche anzeigen. Bisher war es so, dass die Motive jeweils als Thumbnails erschienen und der Suchende auf die Webseite des Bildproduzenten geführt wurde. So weit, so praktisch.

Nun soll aber alles anders werden: Die Suchmaske zeigt, wie bei Google.com bereits zu sehen, das Foto in voller Größe an, so dass jeder es gleich runterladen kann, ohne überhaupt die Webpräsenz des Urhebers zu besuchen. Zum Glück war der Düsseldorfer Werbe- und Hochzeitsfotograf Michael Schilling aufmerksam und initiativ. Er startete eine Unterschriftenaktion „Verteidige Dein Bild„, die noch bis Ende März läuft. Zur weiteren Information empfehle ich das dort eingestellte Video.

Wer bisher seine Fotos noch nicht sprechend benannt hat, sollte das auch so lassen und zumindest vorerst darauf verzichten, Urheberrechtsverletzungen mittels Bildersuche drastisch zu erleichtern. Ganz ausschließen kann man es trotzdem nicht, da auch die nicht weiter benannten Fotos von sprechenden Domains wie „Hochzeitsfotografie“ bei der Google Bildersuche geladen werden.

Wasserzeichen mitten im Bild möchte niemand. Der quasi Enteignung von Bildrechten durch Google sollte man jetzt die Unterschrift unter die Petition entgegensetzen.

6 Kommentare

  1. Michael Schilling sagt, es werde einen signifikanten Rückgang in den Besucherzahlen der eigenen Webseite geben, wenn User das Bild in einer Großansicht vorab schon bei google sehen.
    Vielleicht hat er Recht, aber welche User werden das denn sein? Jmd, der einen Hochzeitsfotografen in Düsseldorf sucht? Wohl kaum. Derjenige ist ja nicht an dem einzelnen Bild, sondern an dem Service des Fotografen interessiert. Es werden eher die Leute sein, die das Bild in der Kleinansicht interessant fanden und es dann in der neuen Großansicht nicht mehr für „klickwürdig“ erachten. Und auf den Traffic von Usern, denen die eigenen Bilder nicht gefallen, kann jeder Fotograf getrost verzichten.

  2. Für mich ist das wieder ein deutliches Zeichen, dass sichtbare Wasserzeichen im Bild doch das einzige nützlich Mittel sind.

  3. Die robots.txt ist keine Lösung, da es vom verwendeten System abhängig ist, ob größere Bilder in einem separaten Verzeichnis abgelegt oder entsprechend eindeutig im Namen erweitert werden. Bitet sich diese Möglichkeit nicht, so bliebe nur jede größere Bilddatei manuell in die robots.txt einzutragen.

    In dem Video wurde darauf hingewiesen, dass sich das KOnzept Bildersuche auch mühelos auf die Websuche anwenden lassen würde. Was sollte man dann aussperren? Sämtliche Artikel, die Google nicht in voller Länge auf seinen Seiten anzeigen soll? Von daher kann, aus meiner Sicht, die robots.txt nur eine Notlösung darstellen.

    Der Besucherrückgang kommt ja erst zustande auf Grund der vermeindlichen Urheberrechtsverletzungen. In diesem Zusammenhang sei auf den Fotografen-Verband Freelens verwiesen, die die Yahoo Deutschland GmbH abgemahnt haben, mit dem Ziel, dass Yahoo diese Art der Bildersuche in Deutschland einstellen musste.

    Selbstverständlich ist der Suchende z.B. am Service des Fotografen interessiert. Eventuell würde er ihn auch buchen, würde er mehr Fotos dieses Fotografen sehen. Beides, die Infos sowie weitere Bilder, werden in der alten Version der Bildersuche für den Suchenden sichtbar, indem die Webseite in einem Frame geladen wird. In der neuen Version der Bildersuche hingegen geschieht eben dies nicht mehr.

    Im Prinzip werden alle bisher eingebrachten Einwände in dem Video bzw. auf den Folgeseiten ziemlich umfangreich behandelt. Man müsste sich das Video bzw. die Texte auf der Webseite nur mal durchlesen. ;-)

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