James Turrell: Crater Dusk Installation

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Die neue LED-Beleuchtung der Fensterfront im Kronenhochhaus der DZ Bank Frankfurt, im Vordergrund die so genannte Wet Bar. Foto: Altan Eskin

Im „Kronenhochhaus“ der DZ Bank in Frankfurt am Main wurde die Lichtinstallation „Crater Dusk“ des US-amerikanischen Künstlers James Turrell modernisiert, die er 1998 exklusiv für die Sky Lobby angefertigt hatte. „Crater Dusk“ ist die erste mehrteilige Lichtinstallation des Künstlers. Sie besteht aus vier Elementen im Raum, die im ständigen Lichtwechsel zueinander in Beziehung stehen: das Panoramafenster, die beleuchteten Türen, die Wet Bar und die Back Bar. Die LED-Technologie zeichnet das Licht heute schärfer als 1998 in den Raum und hebt die Konturen des Panoramafensters deutlicher hervor, weil das Licht selbst nicht mehr in den Glasscheiben reflektiert wird. Der Rahmen für den Ausblick über Frankfurt wird nun stärker akzentuiert. In den Türen, in der Wet Bar und Back Bar strahlen dagegen Neonlichter in den Raum und lassen die Konturen der Wände verschwinden. Der Raum beginnt sich aufzulösen. Die bisher lediglich von innen sichtbare Fensterlaibung im 50. Stockwerk des Gebäudes leuchtet nach einer umfassenden technischen Überarbeitung nun jeden Abend zwischen 22 und 24 Uhr auch nach außen. Zu sehen ist ein Lichtspiel aus wechselnden Farben in der Etage unterhalb der „Krone“ des DZ Bank-Hochhauses. Wie kaum ein anderer Künstler hat sich James Turrell dem Licht in seinen unterschiedlichen Erscheinungsformen verschrieben. Sein gigantisches Kunstprojekt in einem erloschenen Vulkan in den San Francisco Peaks, an dem Turrell seit den 1970er Jahren arbeitet, schlägt eine Brücke zu der Arbeit in der Sky Lobby der DZ Bank in Frankfurt: Der Tresen der Bar, die so genannte Wet Bar, ist eine Nachbildung dieses vulkanischen Gebirgszugs mit den Namen „Roden Crater“.

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Raumeindruck mit wechselnder Farbigkeit. Foto: Altan Eskin

Das Panoramafenster, die beleuchteten Türen, die Wet Bar und die Back Bar in der Sky Lobby beziehen sich in einem ständigen Lichtwechsel aufeinander. Je nach Situation und Bedarf lassen sich unterschiedliche Lichtsituationen und -intensitäten erzeugen. Lichtstimmungen mit den Titeln „Coat of many Colours“, „Coat of Blue“, „Out of Magenta“ sowie „Fade out“ und „Long Journey into Night with reading Level“ tauchen die Installation in eine dem natürlichen Sonnenverlauf nachempfundene Atmosphäre. Detailgenau berücksichtigte Turrell die Funktion des Raums als repräsentativen wie kommunikativen Ort der Begegnung und bestimmte nicht nur die Inneneinrichtung, sondern auch das Aussehen der Flaschen und deren Inhalt für die Bar, um eine optimale Reflexion des Lichts in den Glaskaraffen zu ermöglichen.

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Die Wet Bar im Detail. Foto: mm

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Dr. Christina Leber, Leiterin der DZ Bank Kunstsammlung, erläuterte, welche Teile der Tür mit LED neu beleuchtet sind. Foto: mm

Turrells Ziel war es, in der Sky Lobby eine meditative Atmosphäre im Einklang mit seiner Funktion als Ort der Kommunikation zu schaffen. Zur immateriellen Lichtkunst James Turrells gesellt sich die eigens für den Raum komponierte Musik des Cellisten Frank Wolff mit dem Titel: „Schwebungen mit Licht“, die stimmungsvoll den Gesamteindruck des Raumes wiedergibt. Frank Wolff hat sich als Gründungsmitglied des Frankfurter Kurorchesters, aber vor allem als Cello-Virtuose weit über die Grenzen Frankfurts hinaus einen Namen gemacht. Wolff hielt sich während des Ablaufes der gesamten Lichtszenen im Raum auf und erstellte, während die Lichteindrücke auf ihn wirkten, ein zeitgenössisches Cellokonzert.

Zugänglich wird die Sky Lobby für einige Besucher anlässlich der nächsten Luminale vom 13. bis 18. März 2016 in Frankfurt sein.

Über Turrell empfehle ich diesen Film des Bayrischen Rundfunks.