Männer in Elefantenhosen

Elefantenhose im Vordergrund, Angkor Wat im Hintergrund.

Elefantenhose im Vordergrund, Angkor Wat im Hintergrund.

„Wanndollar!“ Entlang der Tempel in Ankor werden zahlreiche Waren von der heimischen Bevölkerung nicht nur angeboten, sondern vielfach mit weinerlicher Stimme aufgedrängt. Am ärgsten ist es bei Kindern, die einem Postkarten unter die Nase halten und bis zehn durchzählen. Grundsätzlich soll man natürlich nichts von Kindern kaufen. Die Eltern sollten sie zur Schule schicken und nicht zum Anschaffen. Der Schulbesuch ist kostenlos. Die Kleinen sind so raffiniert, dass sie schon antizipieren, dass man nichts kauft, weil sie in der Schule sein sollten, und wiederholen obstinat: „I go to school“. Wenn sie noch schlauer sind, begegnen sie dem skeptischen Blick mit dem Hinweis, sie würden nachmittags gehen, wenn gerade Vormittag ist. Tatsächlich besuchen wohl viele nur den halben Unterricht, weil sie sich bei Schule und Verkaufen mit ihren Geschwistern abwechseln.

Mit „3 Dollar, if you buy two: 5 Dollar“ werden einem „Elefantenhosen“ entgegengehalten. Das sind schlabberige Pumphosen aus rotem oder blauem Stoff, mit weißen Elefantenmotiven bedruckt, also etwas, das ich nicht mal in meinen wüstesten Tropen-Alpträumen in Erwägung ziehen, geschweige denn tragen würde. Aber da bin ich so ziemlich die einzige. So ungefähr alle Nicht-Japaner tragen sie. Wenn man sich kurz am Rand des Besucherflusses absetzt, wird einem ganz anders vor lauter Elefantenhosen, die an einem vorbei flanieren. Darunter auch Männer. Am meisten beeindruckt hat den Gatten ein durchtrainierter Typ, der unten eine Elefantenhose im Haremsstil trug und oben auf dem Kopf eine FBI-Kappe.

Fotografierende Frau in Elefantenhose.

Fotografierende Frau in Elefantenhose.

Parallel ist die Hipsterisierung in Kambodscha in vollem Gange. Ich hatte ein Meeting mit einer Frau vom Siem Reap Fotofestival in einer „1961“ genannten Co-Working and Art Space. Auch das Restaurant Mahob, das wir  allabendlich aufsuchten, weil so es super schön ist und das Essen sehr lecker, ist top modern ausgestattet mit Beanbags zum Loungen für tagsüber, Becken am Wegesrand, in denen Fische schwimmen, und einer großen offenen Terrasse im ersten Stock. In einer Gegend, wo viele Lokale nicht einmal Scheiben in den Fensterlöchern haben, kann man es im Januar gut aushalten. Vor allem an solchen Tagen, an denen uns die Einheimischen gelegentlich versicherten, wie kalt es sei, das heißt knapp unter 30 Grad und echt angenehm.

Mit Selfie-Stöckchen nie mehr unterwegs, ohne es mit den Followern zu sharen.

Mit Selfie-Stöckchen nie mehr unterwegs, ohne es mit den Followern zu sharen.

Betrüblich sind nur die gesundheitlichen Risiken/Probleme, wie mein Mücken-Russisch-Roulette. Das geradezu religiöse Einspühen mit „NoBite“ (50% Deet, dem Heftigsten, was es so gibt), nützt bei mir nichts, dito ein lokales Mittel, das ich ebenfalls ausprobiert habe. Täglich sammle ich neue schmerzende Stiche ein, während der Gatte wie üblich verschont bleibt. Und immer bleibt natürlich die Angst, es könne eine Mücke sein, die einen Virus überträgt. (Zum Glück ist bezüglich Malaria und Dengue-Fieber anscheinend nichts passiert.)

Das waren meine Notizen aus Kambodscha im Januar 2015.

Der Elefant im Hintergrund muss für mich reichen. Das waren meine Notizen aus Kambodscha im Januar 2015.

Vorherige Reisestationen:
1. Phnom Penh
2. Die Villen-Ruinen von Kep
3. Sihanoukville
4. Kampot Pfeffer
5. Angkor Archeological Park