Margaret Bourke-White: Fotografien 1930 – 1945

Margaret Bourke-White in Air Force Uniform mit Offizieren des 8. Air Force Bomber Kommandos vor einem B-17-Bomber, Südengland September 1942 Silbergelatineabzug (Staffelkommandant Colonel Frank Armstrong (li) und Captain Gene Raymond) Howard Greenberg Gallery, New York © Time & Life / Getty Images

Ihre Bilder zeugen von ihrem „unstillbaren Wunsch dabei zu sein, wenn Geschichte geschrieben wird“, wie sie es selbst formulierte. Margaret Bourke-White (1904-1971) wollte das „Auge der Zeit“ sein.
Ihre Karriere begann 1927 in Cleveland. Dort fotografierte sie die Stahlgießereien der Stadt. Sie reiste nach Russland als der erste Fünfjahresplan umgesetzt wurde, sie dokumentierte die Dürrekatastrophen 1934 in den USA, die deutsche Invasion in Russland im Jahr 1941 und das Bombardement der Alliierten auf Deutschland. Als Auftragsarbeit für die Zeitschrift Life hielt sie im Sommer 1945 die zerstörten deutschen Städte fest. Bourke-White war bei der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald und des Zwangsarbeitslagers Leipzig-Mockau anwesend. Ihr Foto „Die lebenden Toten von Buchenwald“ ging um die ganze Welt.
Ihre Bilder zierten oft die Titelseiten der Magazine Fortune und Life, für die sie jahrelang arbeitete. Manchmal stand sie selbst in den Schlagzeilen, als etwa das Magazin Life am 22. Januar 1943 ihren Bericht über den Luftangriff auf den Flugplatz El Aouina in Tunis – den wichtigsten Luftwaffenstützpunkt der Deutschen für den Nachschub von Truppen aus Sizilien – unter dem Titel „Life’s Bourke-White goes Bombing“ veröffentlichte. Margaret Bourke-White war in der männlich dominierten Welt der Fotografen Amerikas ein Medienstar. Berühmt ist ihr Portrait in Fliegermontur während eines Bombereinsatzes, die Kamera lächelnd in der linken Hand.

Margaret Bourke-White: Tschechischer Arbeiter in einer Skoda-Munitionsfabrik beim Punzieren von 15-cm-Granathülsen Tschechoslowakei, Pilsen, Juni 1938, Silbergelatineabzug Howard Greenberg Gallery, New York © Time & Life / Getty Images

Am Freitag, den 18.1.2013 beginnt im Berliner Martin Gropuis Bau eine Ausstellung mit 154 Aufnahmen, Briefen und Zeitschriften. Den Schwerpunkt bilden ihre Arbeiten, die in den 1930er und 40er-Jahren in der ehemaligen Sowjetunion, der ehemaligen Tschechoslowakei, Deutschland, England und Italien entstanden sind. Zudem werden weitere für Bourke-White charakteristische Fotografien gezeigt, wie jene, die sie im Auftrag von Eastern Airlines und der Chrysler Corporation aufnahm. Im Dokumentationsteil werden einige ihrer Wort-Bild-Strecken in den Magazinen Fortune und Life zu sehen sein sowie Auszüge ihrer Briefwechsel mit Persönlichkeiten aus Politik und Kultur.

Margaret Bourke-White – Fotografien 1930 bis 1945
18. Januar – 14. April 2013
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Montag 10 – 19 Uhr, Di geschlossen
Veranstalter: Berliner Festspiele. Eine Ausstellung von La Fábrica Madrid in Zusammenarbeit mit dem Martin-Gropius-Bau, dem Preus Museum Norwegen und dem Fotomuseum Den Haag und Syracuse University, Syracuse, USA.
Kuratorin: Oliva María Rubio

1 Kommentare

  1. Danke für den spannenden Bericht! Die Ausstellung werde ich mir auf jeden Fall ansehen, zumal ja im Gropius Bau mit der Michael Schmidt Ausstellung über Lebensmittel gerade noch ein weiterer Leckerbissen zu sehen ist!

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