Paris: en vacances

Wer im August nach Paris fährt, ist selbst schuld – oder will dringend die Ausstellungen zwei großer Porträtisten sehen: die von Richard Avedon im Jeu de Paume (jeudepaume.org) und die von Annie Leibovitz im Maison Européenne de la Photographie (mep-fr.org). „A Photographer’s Life 1990-2005“ läuft nur noch bis zum 14. September 2008. Die Leibovitz-Ausstellung in dem historischen, typisch französischen Gebäude im Marais ist, schon aufgrund der räumlichen Enge, ein schwieriger Fall. Sie konzentriert sich auf die biografische Phase des Zusammenlebens mit Susan Sonntag, und endet mit deren Tod und der Geburt der Zwillinge. Mit über 50 Jahren noch drei Kinder zu bekommen, das allein nötigt Respekt ab, auch wenn das mit Fotografie wenig zu tun hat. Die Ausstellung besteht zu einem beachtlichen Teil aus schwarzweißen Privatfotos – und an denen kann man leicht erkennen, dass Annie Leibovitz eine gefragte Porträtfotografin sein mag, aber außerhalb von Aufträgen zu fotografieren fällt ihr sichtlich schwer – und endet leicht im Klischee oder im Desaster. Nicht anders vermag ich die als Fototapete präsentierten Landschaften zu bezeichnen. Bei ihrem Standing traut sich wahrscheinlich niemand aus dem Umfeld, ihr zu sagen, dass sie das besser lassen sollte. Gerade im Kontrast zu der Avedon-Ausstellung wirken die Leibovitz-Porträts oftmals unsicher und die Porträtierten bisweilen gequält. Nur bei den Musikern des Südens geht sie aus sich heraus und alles wird etwas lockerer und entspannter.

Café de Flore, Paris

Paris im August: die Pariser sind am Meer, die kleinen Geschäfte nahezu alle geschlossen. Dafür ist die Luft besser, das Licht war wunderbar, und die langen Touri-Schlangen vor den Liften auf den Eiffelturm: Ich muss da nicht rauf, musste ich noch nie. Wohl aber ins Café de Flore und Metro-Luft schnuppern.

Ach ja Paris: Ladurée, Elysee, Café au lait. Und die Kultur! Dort gibt es sogar Touristen, die das als Motto auf ihrem T-Shirt tragen: Tourist in den Tuillerien

Dass die deutsche Firma Steiff albernerweise Lagerfeld als Teddy herausbringt, hat sich vielleicht schon herumgesprochen. In Saint Germain aber gibt es einen Comicfigurenladen (leider geschlossen), in dem man Lagerfeld, der Fotograf, als kleine Figur mit großer Kamera kaufen kann.

Karl Lagerfeld en miniature

Und die nächste Lumas-Filiale war auch nicht weit. Sie hatte, typisch deutsch, geöffnet. Aber niemand war drin. Inzwischen ist ganz Paris wieder geöffnet, aber die Ausstellungen schließen demnächst, also: nichts wie hin. Bon voyage!