Richard Avedon

„Photographies 1946 – 2004“ heißt die Ausstellung, die das Jeu de Paume in Paris, am viel besuchten Place de la Concorde, noch bis zum 27. September 2oo8 zeigt. Das ist diese Art von Ausstellung, die man nicht vergißt: Eine wunderbare Mischung aus dem Besuch bei guten Freunden, nämlich den Lieblingsportrtäts von Avedon, und wunderbaren Überraschungen wie der Möglichkeit, mit handschriftlichen Vermerken und Stempeln versehen Originalabzüge für Harper’s Bazaar zu sehen, wo er bis 1966, als er zur Vogue wechselte, Cheffotograf war. Da ist man dann mitten im Alltag des Meisters – und in einer eher engen Ecke der Ausstellungsräume. Die sind übrigens abwechslungsreich gestaltet und führen über zwei Etagen. Am Ende muss man aufpassen, den dunklen Raum und die letzten Porträt-Arbeiten nicht zu verpassen. Monumental präsentiert wird das Bild von Andy Warhol und den Mitgliedern der Factory. Immer wieder faszinierend das Foto von Warhols Bauch mit den Operationsnarben und dem, was wie ein zweiter Bauchnabel aussieht. Faszinierend vor allem, weil man darauf, statt des Gesichtes den geschundenen Körper zu fotografieren, erst einmal kommen muss.

Prospekt und Eintrittskarte zur Avedon-Ausstellung

Die Arbeiten sind sehr groß abgezogen, zum Teil in Prints, denen man ansieht, dass sie schon mehrfach ausgestellt wurden, und überwiegend auf Aluplatten aufgezogen, die größer sind als der Abzug, also wie ein Rahmen wirken. Das passt sensationell zu den schlichten Porträts von Prominenten wie Arbeitern. Wer es nicht schafft, noch Paris zu fahren, um die Ausstellung anzusehen, kann sich zumindest mit dem Katalog trösten, der 170 Fotos enthält, und 49,80 Euro kostet. Ab 19. Oktober findet in Berlin die erste Avedon-Retro in Deutschland statt: focus.de/richard-avedon-in-berlin_aid_326067.html